Die Vererbung von Traumata

Heute möchte ich einen Link zu einem Artikel der Internetseite der Zeitung die Zeit weitergeben. In der systemischen Therapie wird schon seit einigen Jahrzenten über die Weitergabe von Traumata über mehrere Generationen hinweg geforscht, geschrieben und gelehrt. Der Zeit-Artikel gibt einen guten Einblick darin, wie so eine „Vererbung“ erfolgen könnte.

Viele meiner Klientinnen und Klienten erzählen ähnliche Erziehungsgeschichten. Die daraus entstandene psychische Belastung ist bei ihnen bis ins hohe Alter anhaltend. Manchmal verstärkt sie sich dann gerade noch einmal.

Und hier noch ein kurzer Exkurs zum Thema Vererbung: Die aktuelle psychologische Forschung geht von einem nicht unerheblichen Anteil der Vererbung bei der Entstehung von psychischen Störungen aus. Ich stehe dieser These recht kritisch gegenüber. Interaktion und Beziehung beeinflusst uns und unsere Entwicklung fundamental. Interaktion und Beziehung beginnt aber nicht erst nach der Geburt.

Gerade die biologische Komponente, die am Ende des Artikels beschrieben wird, gibt einen Hinweis darauf, wie frühkindliche (vielleicht auch vorgeburtliche) Interaktion und Beziehungsgestaltung sich bis auf die mikrobiologische und genetische Ebene niederschlägt. Also auch unser Erbgut wird durch Beziehung verändert.

Hier ist nun der Link. Wenn Sie diesen Link folgen, verlassen Sie meine Seite. Auf die Inhalte dieser Seite, sowie Werbung und Datenerhebung habe ich keinen Einfluss:

https://www.zeit.de/wissen/geschichte/2018-07/ns-geschichte-mutter-kind-beziehung-kindererziehung-nazizeit-adolf-hitler?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.whatsapp.ref.zeitde.share.link.x

Artikel aus der Zeit Online dem Titel: Warum Butler bis heute die Erziehung unserer Kinder beeinflusst. Vom 12. September 2018.

Herzliche Grüße

Daniel Breutmann

Trauer und Einsamkeit

Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, ist es immer eine schwierige und (hoch-)emotionale Situation für uns. Gefühle von Verlust, Traurigkeit, Verlassensein, Einsamkeit, aber auch Wut, Hass und Schuld überkommen uns. Diese Gefühle überschwemmen uns auch in der Folgezeit immer und immer wieder.

Vielleicht ist es ein Phänomen der heutigen Zeit, zu erwarten, dass diese Gefühle uns nach kurzer Zeit wieder verlassen. Wenn wir schnell wieder alles unter Kontrolle haben, uns wieder im Griff haben wollen, wir ja wieder auf die schönen Seiten im Leben blicken „müssen“, dann macht es natürlich unsicher, wenn wir immer wieder von unseren Gefühlen überrollt werden.

Aus Erzählungen weiß ich aber auch, in vielen Familien durfte schon früher nicht getrauert werden. „Man steht seinen Mann oder seine Frau!“ Trauer sei ein Gefühl der Schwäche. Es fehlt (heute) aber auch an einem Trauerritual. Wie trauert man? Wie lange darf man trauern? Ist das normal, dass ich immernoch so traurig bin? Warum fange ich, plötzlich, wie aus dem Nichts, an zu weinen? Dies sind häufige Anliegen in meiner Beraterungspraxis.

Natürlich ist es sehr individuell, was hinter diesen Fragen steckt. Aber allgemein kann man sagen: Trauer dauert, gerne empfehle ich ein Trauerjahr. Und Trauer ist schmerzhaft und die Gefühle wichtig. Man darf die Gefühle zulassen und es ist ratsam dies zu tun. Man darf sich sogar fröhlich, erleichtert oder befreit fühlen. Meist ist es wie eine Achterbahn. Die Gefühle gehen hoch und runter.

Ein ganz anderes Phänomen ist es, auf das ich gerne mein Augenmerk lege, die Einsamkeit und Isolation. Trauernde habe häufig das Gefühl, anderen auf die Nerven zu gehen mit ihrer Trauer. „Die wollen sich doch nicht ständig die selben Geschichten anhören.“ „Wer will denn immer mit so einem Trauerklos zusammensein.“ Das führt zu einem zunehmenden Rückzug mit gleichzeitiger Erwartung oder Hoffnung, andere würden sich bei ihnen melden und ihre Hilfe oder Unterstützung anbieten.

Personen aus dem Umfeld fühlen sich häufig verunsichert: „Wie verhalte ich mich anderen gegenüber, die gerade trauern?“ „Was kann ich denn hilfreiches sagen?“ „Wie verhindere ich es, dass ich etwas Falsches sage?“ Gerade aus der Angst heraus, sich falsch zu verhalten oder aus der Überforderung mit den Gefühlen umzugehen, meiden sie die trauernden Personen. „Die werden sich schon melden, wenn sie was brauchen,“ ist eine oft geäußerte Erwartung. So entstehen beiderseitige Hürden und bei den Trauernden das Gefühl der Einsamkeit.

Wenn ein Verständnis für die andere Seite geschafft ist, rate ich den Trauernden auf ihr Umfeld zuzugehen. Dann erhalte ich die überraschten Rückmeldungen darüber, wie offen und interessiert der Freundes- und Verwandtenkreis reagiert hat. Den umstehenden Personen kann ich die Unsicherheit nehmen. Denn es ist nicht wichtig, was gesagt wird. Wichtig ist in erster Linie, da zu sein. Dann kann man gemeinsam trauern, lachen oder auch schweigen. Ratschläge, die hilfreich sind, kann man den Trauernden in der Regel gar nicht geben. Man kann zuhören, man kann trösten, gemeinsam die schweren Gefühle aushalten, in den Arm nehmen, essen, etwas spielen… Und wenn die Trauernden allein sein wollen, kann man auch einfach wieder gehen, mit dem Wissen, man hat bereits Großes geleistet.

Herzliche Grüße

Daniel Breutmann

Bloß NICHT lachen!

In Beratung, Therapie und Coaching kommen meist Klienten mit ernsten Themen. Nicht selten sind schwere Gefühle, wie Angst, Traurigkeit, Stress und Unsicherheit dabei. Häufig ist es ja gerade das Leiden, das zum Aufsuchen eines Psychologen animiert. Nicht selten scheuten sie sich, so erzählen mir Klienten, bei mir anzurufen, gerade weil sie die Schwere dieser Gespräche fürchteten. Vorangegangene Gespräche mit Verwandten und Bekannten haben diese Schwere erzeugt oder verstärkt. Die Luft wird zum Schneiden, die Stimmungen trüben sich, das Gespräch zieht sich wie Kaugummi. In dieser Atmosphäre wird das Leiden noch einmal vollumfänglich sicht- und spürbar. Wie soll man da denn auch Leichtigkeit hinenbekommen, in diese Schwere? Ich kann doch bei so einem ernsten Thema keine Witze machen? Wie soll sich denn da so ein armer, hilfsbedürftiger, schon fast auf-allen-Vieren-zur-Tür-hineinkriechender, mindestens aber Nase-auf-Hüfthöhe-zu-Boden-blickender Notleidender ernstgenommen fühlen? Das geht doch nicht!…. … …Oder doch?

Über eine der unsere Welt zunehmend bestimmende Soziale-Medien-Plattform habe ich kürzlich einen Artikel gelesen: „Bitte nicht lächeln!“ Ein Fotograf, der sich über das gezwungene Lächeln im Profilbild oder auf Bewerbungsfotos auslässt. „Mist“ habe ich da gedacht, „da kann ich alle meine Profil- und Homepagefotos in die Tonne kloppen!“ Seinen Beitrag schloss er mit der Feststellung, dass gekünstelte Lächeln eher befremdlich wirken.

Genau! Da ist es doch! Lachen muss von Herzen kommen und authentisch sein. UND Humor darf nicht abwertend sein. Eine gute Berater-Beratende(r)-Beziehung ist die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Beratung. Dabei ist Humor sowohl eine verbindende als auch Lösungs-fördernde Komponente. Wenn man gemeinsam über etwas lachen kann, dann schweißt das zusammen. „In den Psychotherapien, die ich zuvor gemacht habe, musste ich immer weinen. Bei Ihnen gehe ich immer mit einem Lachen!“ sagte mal eine Klientin zu mir. Sie fühlte sich wohl und konnte sich gut auf den Prozess einlassen. Zuvor hatte sie mehrfach ihre Therapie abgebrochen.

Gleichzeitig werden beim Lachen Glückshormone ausgeschüttet. Das hebt die Stimmung und verwandelt Schwere in Leichtigkeit. Eine Leichtigkeit, die Viele, die zu mir kommen, schon länger nicht mehr gespürt haben. Die immer wiederkehrenden schweren Gedanken haben sie in einen Strudel gezogen, der sich immer belastender und bedrückender anfühlt. Humor schafft aber noch viel mehr. Wenn ich es schaffe, über mich selbst zu lachen, erhalte ich eine Distanz zu mir selbst. Ich kann mein eigenes Verhalten aus der Entfernung betrachten und ich bewerte es neu. Und so kann ich mich auch für ein neues Verhalten entscheiden. Ich kann mich aber auch immer noch gleich verhalten, nur dummer Weise huscht mir dann schnell ein Grinsen über die Lippen, wenn ich es bemerke. Wichtig ist hierbei, aber, Humor nicht mit Sarkasmus zu verwechseln. Bei Sarkasmus werte ich etwas ab, das bedeutet aber auch, das ich noch mitten drin stecke. Guter Humor ist wertfrei, teilweise sogar aufwertend. Mit gutem Humor gebe ich etwas seine Existenzberechtigung: Etwas darf sein, WEIL es komisch ist.

Mit Humor, Spaß und Lachfalten lässt sich auch viel spielerischer nach Lösungen suchen. Ich lasse mich auch mal auf etwas Neuartiges, Absurdes ein. Ich bin bereit, meine eigenen Grenzen schrittweise zu übertreten. Es macht mich neugierig, auch weil ich meine Angst vor dem Unbekannten verliere. Wenn ich lache, kann ich keine Angst empfinden. Probieren Sie es aus! Dem/der Ersten, der/die das doch schafft und sich bei mir meldet, spendiere ich ein Eis!
Ihnen fehlt beim Lachen etwas die Übung? Folgen Sie diesem Link!

Diese Gedanken und Erkenntnisse sind nicht neu. Jaak Panksepp hat zum Beispiel einen Großteil seiner neurobiologischen Forschungen darauf verwendet. Liebe, Neugier und Spiel sind für ihn die drei Grundvorrausetzungen für effektives Lernen. In allen drei ist Humor auf unterschiedliche Weise von Bedeutung. Auch Eckart von Hirschhausen sieht Humor als wichtige und unterschätzte Komponente in medizinischen Heilungsprozessen. Aber auch früher, bei vielen Großmeistern der Psychotherapie, ist Humor eine therapeutische Methodik. Ihr wurde aber selten eine zentrale Bedeutung beigemessen. Schade eigentlich. Die Provokative Therapie nach Frank Farrelly hat Humor als zentrale Komponente, denn ohne guten, gesunden Humor ist Provokation nicht hilfreich. Insgesamt ist dieses Feld in Forschung und Methodik aber noch ausbaufähig.

Ohne Humor würde mir Beratung, Therapie, Coaching oder Supervision nicht halb so viel Spaß machen :-) Natürlich ist nicht jedes Anliegen und jede Persönlichkeit dafür geeignet, humoristisch zu begegnen. In erster Linie muss sich der Klient mit seinem Thema ernst und wertgeschätzt fühlen. Doch eine Prise Lachen hat dabei noch nie geschadet und gerne darf es auch eine Prise mehr sein.

Von der Notwendigkeit der Veränderung 

Systeme (Objekte, Maschinen, Gruppen, Vereine, Familien, Menschen……) sind inneren und äußeren Einflüssen ausgesetzt. Um den Erhalt zu sichern – oder zumindest aufzuschieben – bedarf es einer ständigen Anpassungsleistung. 

So müssen einerseits nichtlebende Systeme durch einen Eingriff re-noviert werden (z.B. Rost entfernt, Öl geschmiert), aber auch lebende Systeme unterliegen einer ständigen Erneuerung, die oftmals aus sich heraus geschieht. Satzungen werden verändert, der Familienrat einberufen, Zellen erneuert, es wird sich gestritten und versöhnt usw. Es dient dem Selbsterhalt. Doch auch wenn es von außen – oder von innen – manchmal so scheint, als wäre der alte Zustand dadurch aufrechterhalten oder wieder hergestellt, ist doch ein neuer Status hergestellt. Es ist eben nicht möglich, sp zu bleiben, wie man ist. Denn das Sein ist ein Prozess und kein Zustand.

Und manchmal gibt es spontane Veränderungen, manchmal ordnet sich ein System komplett neu. Die Veränderung dient nicht immer dem Erhalt eines Zustandes bzw. einer Ordnung, vielmehr gibt es verschiedene Zustände, die einem System den Selberhalt sichern können. Natürlich beinhalten solche Veränderungen ein Risiko und meist einen energetischen Aufwand. Aber auch das Verbleiben in einer Struktur birgt das Risiko, den Einflüssen nicht mehr gewachsen zu sein. Daher kann es auch hilfreich sein, verschiedene Zustände zu kennen und sich der Situation entsprechend leichter anpassen zu können. (Was allerdings nie die Garantie dafür ist, dass die Anpassung im Bedarfsfall auch wirklich vollzogen werden kann.)

Jeder Zustand eines Systems bringt seine eigenen Lösungen mit sich und schafft sich gleichzeitig seine eigenen Probleme. Mit welcher Struktur, mit welchen Problemen und Lösungen sich ein System am wohlsten fühlt, muss ihm dann selbst überlassen sein.

Ich für meinen Teil, gehe einen neuen Schritt. In meiner hauptberuflichen Tätigkeit verlasse ich die Jugendhilfe und gehe in den Bereich der Erwachsenenberatung und des Coachings. Es wird nicht alles ganz neu, aber vieles anders.

Darauf freue ich mich sehr. Denn Veränderung bedeutet Entwicklung und Entwicklung bedeutet die Erweiterung des Horizons und der Erfahrungen.

Und da Veränderungen lebensnotwendig und unabwendbar sind, wünsche ich allen viel Freude und Erfolg an Ihrer eigenen Entwicklung!

Die Botschaft von Weihnachten

 

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Die Botschaft von Weihnachten: Es gibt keine größere Kraft als die Liebe. Sie überwindet den Hass. Wie das Licht die Finsternis. Martin Luther King

Es ist nicht so ganz einfach mit unseren Gefühlen. Sie sind ebenso kontrollierbar, wie sie unkontrollierbar sind. Wir können Gefühle verändern, wir können ihnen sozusagen eine andere Färbung geben. Das können wir erreichen, wenn wir unsere Haltung, unsere Erwartung oder unsere Einschätzung zu einem Sachverhalt, einer Person oder einem Gegenstand anpassen.

Hierzu ein einfaches Beispiel: Wenn ich einen Film schaue, passiert es mir schnell, dass ich mich in die Geschichte hineinziehen lasse. So vergieße ich auch die ein oder andere Träne an traurigen Stellen. Ich bekomme das Gefühl der Trauer, weil ich mich als Teil der Geschichte sehe. Gucke ich den Film aber, um mir die technischen Details, den Schnitt, die Kameraführung, die schauspielerischen Fähigkeiten oder die Ideen und Umsetzungen des Regisseurs zu betrachten, so empfinde ich ganz andere Emotionen, Überraschung zum Beispiel, Bewunderung oder Neugier. Aber es gibt natürlich viele Bereiche im Leben, da ist es gar nicht so einfach, seinen Blickwinkel, seine Haltung zu ändern.

Hass beispielsweise, entsteht aus Unsicherheit, vielleicht sogar aus Angst. Wie aber sollen wir diese Gefühle verändern? Liebe dagegen braucht viel. Sie braucht Sicherheit und Vertrauen. Sicherheit entsteht auch durch Vertrauen. Mindestens durch Selbstvertrauen, aber auch durch Vertrauen in die Welt. Aber nicht jedem ist dieses Vertrauen in die Wiege gelegt. Einige haben ihr Vertrauen in die Welt, das Urvertrauen, verloren, durch ein schlimmes Ereignis, einen Verlust oder eine Enttäuschung. Da entsteht schnell Angst und Unsicherheit.

Aber, und das ist für mich die zentrale Botschaft dieses Textes, wir können unser Vertrauen wieder gewinnen. Vielleicht auch nur ein Stück mehr Vertrauen, aber das ist möglich. Es kann sein, dass man dies nicht alleine schafft, die Hilfe einer anderen Person hierfür benötigt. Vielleicht sogar eine Therapie. Es kann ein ganz schwerer Weg werden, manchmal auch qualvoll. Aber es lohnt sich! Es lohnt sich allein dafür, (wieder) mehr Liebe und weniger Angst und Hass zu spüren.

Für den Moment kann es ein guter erster Schritt sein, sich zurückzulehnen und einmal darauf zu achten, was es eigentlich ist, was darüber entscheidet, ob ich nun gerade Angst, Freude, Neid, Liebe oder Hass empfinde. Wie bewerte ich die Situation oder das Verhalten eines anderen Menschen? Welche Motive lege ich diesem Verhalten zu Grunde. Und als wie bedeutsam empfinde ich dieses Ereignis für mich? Und gibt es jetzt – aus der Distanz – die Möglichkeit, die Situation oder das Verhalten anders zu bewerten? Könnten sogar friedfertige statt feindliche Motive dahinter stecken? Und wenn mich die Situation verunsichert, kann ich trotzdem auf mich oder zumindest auf andere Personen vertrauen, dass ich diese Situation überstehe?

Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachtsfeiertage mit vielen vertrauten Menschen und ein wundervolles Jahr 2017, indem das Vertrauen und die Zuversicht in sich, Ihre Mitmenschen und die Welt um Sie herum überwiegt!

Gemeinsam feiern!

Es ist immer wieder notwendig, uns auf die eigenen Erfolge aufmerksam zu machen. Uns selbst zu verdeutlichen, was ihr geleistet, was wir geschafft haben. Wohin fließt unsere Energie, wohin unsere Motivation und was erreicht?
Gemeinsames Feiern, uns selbst feiern, uns für unser Tun belohnen, daran erinnern, wofür wir es tun sind wichtige Etappenziele. Auch kleine Erfolge haben es verdient belohnt zu werden.

So besuchte ich heute die Dankesveranstaltung der Stadt Frankfurt für alle Ehrenamtliche, die sich im Bereich Flüchtlinge einsetzen.

Neben der Feier des gemeinsam geschaffenen steht der Austausch mit vielen Ehrenamtlichen unterschiedlicher Herkunft, Alter, Geschlechts und unterschiedlicher Motivation.

Eine tolle Erfahrung!

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Sendesaal des Hessischen Rundfunks.

In Bewegung

Es ist Sommer, viele zieht es in den Süden und ich zieh in den Norden.

Von Frankfurt bin ich nach Karben (Wetterau) gezogen. Weit ist dass nicht, knappe 20km, aber immerhin! Ich bin weiterhin auch in Frankfurt tätig.

Wer Räumlichkeiten in Karben weiß, die ich (mit-)nutzen kann, nur her damit. Ich bin für jede Info dankbar!

Auf bald! DB

Eine Ehre fürs Ehrenamt

Ab März begleite ich gemeinsam mit Katharina Jung eine Gruppe von Ehrenamtlern, die mit Flüchtlingen arbeiten. Ich freue mich sehr darauf, ihnen einen Teil ihres Einsatzes zurückzugeben. So erhalten sie den Raum, sich auszutauschen und zu vernetzen, gemeinsam nach Lösungen für aufkommende Probleme und Schwierigkeiten zu suchen, sich selbst zu stärken uvm.

Das Ehrenamt ist eine besondere Form unsere Gesellschaft zu unterstützen und zu formen! Ohne diese Vielzahl von engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, egal in welchem Tätigkeitsfeld, ob in Vereinen, Initiativen oder gemeinützigen Organisationen, mit kranken, pflegebedürftigen, behinderten, obdachlosen, schutzsuchenden oder sonstigen Menschen, mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder Senioren wäre eine Gesellschaft wie unsere nicht (über-)lebensfähig.

Ehrenamtlern im Flüchtlingsbereich wird zurzeit eine besondere Aufmerksamkeit zuteil – nicht nur positive. Und durch die aktuell eher unruhigen politischen und gesellschaftlichen Zeiten wird das Engagement und die Motivation auf eine harte Probe gestellt.

So ist es eine Ehre für mich, dem Ehrenamt auf diese Weise etwas zurückzugeben. Die Anmeldung erfolgt über das Kooperationsprojekt Frankfurt hilft unter folgendem Link:

http://frankfurt-hilft.de/professionelle-begleitung/

Ich freue mich drauf!

 

Buchtipp – Suerte

Update 21.03.24: Am 15.3.24 ist Frederik Suter an den Auswirkungen seiner Erkrankung verstorben, bzw. er hat selbst entschieden, sich nicht mehr künstlich ernähren zu lassen. Der Verlag Edition Blaes, bei dem er sein Buch „Suerte – Der Teufelskreis des Glücks“ und 3 weitere Bücher als Co-Autor veröffentlicht hat schreibt hierzu: „Der Teufelskreis des Glück ist beendet“. Dem kann ich so nicht zustimmen.

Ja, man kann sagen, Frederik hat lange gegen sein Schicksal gekämpft und ist ihm am Ende doch erlegen. Andererseits ist es nie sinnvoll zu sagen, man kämpfe gegen den Tod. Der Tod ist nicht besiegbar, er ist ein Teil des Lebens und gehört dazu. Vielmehr hat Frederik sein Schicksal angenommen, hat sich dazu geschieden, sein Leben in die Hand zu nehmen und trotz aller Widrigkeiten zu genießen. Und darin kann er für uns alle ein Vorbild sein. Wenn wir mit unserem Leben Frieden schließen, so können wir auch mit dem Tod Frieden schließen. Und so hoffe ich, dass Frederik oder Fetzi, wie wir ihn früher nannten, seinen Frieden geschlossen hat und mit Zuversicht aus dem Leben scheiden konnte.

Der Teufelskreis des Glücks ist nicht beendet. Er lebt in uns weiter. Alle die, die sich von Frederiks Haltung und seinen Ideen anstecken ließen oder noch lassen, können diesen Kreislauf erleben und ihn so weiterleben. Wenn man Beileidsbekundungen und Nachrufe zu seinem Tod liest, erfährt und spürt man, wie viele Menschen er berührt und angesteckt hat, auch in den letzten Jahren. Und so können wir mit ganzer Sicherheit sagen: Frederik lebt weiter, in uns, und damit dreht sich auch der Teufelskreis des Glücks weiter.

Heute mal etwas nicht aus dem psychologischen Bereich, sondern aus dem Bereich der körperlichen Krankheiten und Behinderungen. Wobei auch in diesem Buch klar wird, wie eng diese Bereiche des Körpers und der Psyche miteinander verwoben sind.

Wissen Sie was NF2 bzw, Neurofibromatose Typ 2 ist? Ich bislang auch nicht. Obwohl ich den Autor kenne und ich weiß, dass sich nach meiner Zeit als sein Gruppenleiter, nach der ich keinen Kontakt mehr mit ihm hatte, vieles dramatisch verändert hat in seinem Leben.

Er war ein quirliger Kerl, der gerne Fußball spielte. NF2 veränderte sein Leben, er wurde gehörlos und gehbehindert. In seinem Buch Suerte erzählt er seine Geschichte. So authentisch, dass ich schon nach fünf Seiten sagen konnte: „Genauso kenne ich ihn!“

Es ist ein tolles Buch! Ein Buch das Mut macht. Mut, sich schwierigen Situationen zu stellen und das Beste aus unserem Leben zu machen. Alle die mit ähnlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen haben, kann es Kraft und Hoffnung geben.

Uns Normalbehinderten zeigt es (teilweise schonungslos direkt) auf, wie unsinnig und teilweise abwertend wir mit Personen mit körperlichen Einschränkungen umgehen. Mir hat es zumindest die Augen geöffnet und manchmal auch beschämt. Auch darin zu reflektieren, wie bin ich damit umgegangen? Warum haben wir keinen Kontakt mehr? Auch im sozialen Feld Berufstätige können viel aus diesem Buch mitnehmen.

Bemerkenswert finde ich, dass auch die Familie von Frederik zu Wort kommt. Man erfährt, wie jeder seiner Eltern und Geschwister anders mit der für alle (emotional, mental und sozial) schwierigen Situation umgeht. Auch hier kann das Buch viel Unterstützung für ähnlich betroffene Angehörige bieten.

So kann ich Ihnen allen nur empfehlen: Lesen Sie dieses Buch!

Und dir Fetzi, danke ich für die Einsichten in dein Leben!

Titel: Suerte oder Der Teufelskreis des Glücks
Autor: Frederik Suter
Verlag: editionblaes
suerte2
Titelbild des Buches – HIER ist der Link zum Buch