Unachtsamkeit

Scheiter-Reihe Folge 2

Der Frühling ist da, die Blumen sprießen, die Vögel zwitschern und der Duft der erwachenden Natur steigt uns in die Nase. Es gibt jetzt wundervolle Momente zu genießen!Aber nicht mit uns, wir wollen ja weiter schön scheitern, da dürfen wir uns jetzt nicht vom hier und jetzt aufhalten lassen.

Nachdem das Konzept der Achtsamkeit in aller Munde ist und uns bereits zu den Ohren heraushängt, lade ich Sie daher zu einer Pulle Unachtsamkeit ein.

  1. Hadern mit der Vergangenheit

Sehr hilfreich ist es hierfür, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Genauer mit Peinlichkeiten und Fehlern, die Sie begangen haben und nicht mehr ändern können. Nehmen Sie sich ruhig Zeit dafür, Ihnen fällt schon etwas ein. Das Stottern bei der Abfrage in der Schule, ihren ersten Korb, den Sie sich eingefangen haben, eine dumme Situation auf der Arbeit, …. Jeder von Ihnen hat da eine Geschichte zu erzählen.

Jetzt fühlen Sie nochmal diesem Gefühl der Scham nach, dass Sie gespürt haben, hadern Sie mit sich, Ihrem dämlichen Verhalten und der falschen Entscheiden, die Sie getroffen haben. Spüren Sie nach, wie die Schamesröte in Ihr Gesicht kroch, die Enge in der Brust, der flaue Magen. Was waren Sie doch für ein Depp?! sollte der kleine miese Gedanke in Ihnen hochkriechen, Sie hätten Stärken und könnten aufgrund anderer Erfahrungen stolz auf sich sein, drücken Sie diesen sofort weg. Es geht darum die eigene Dummheit in vollen Zügen zu genießen.

2. Sorge um die Zukunft

Andersherum können wir uns auch auf die Zukunft fokussieren. Die Gefahren, die auf uns lauern. Was kann nicht alles Schlimmes passieren, gleich, morgen oder in den nächsten Wochen und Monaten. Ihnen kann gekündigt werden, Sie können Ihr Eigentum verlieren, ein Krieg kann über uns hereinbrechen. Durchdenken Sie dieses Situation, bis zu dem Punkt, an dem das Schlimmste passiert. Malen Sie es sich mit all seinen Grausamkeiten aus. Aber gehen Sie bitte keinen Schritt weiter, nicht, dass Ihnen noch eine Lösung einfällt oder Sie darauf kommen könnten, Sie hätten Fähigkeiten diese Situation zu bewältigen. Kosten Sie den Moment des Schlimmsten mit allen Sinnen aus.

3. Multitasking

Wenn Sie gerade zu sehr mit dem Hier und Jetzt beschäftigt sind, um sich auf die Vergangenheit oder Zukunft zu konzentrieren, dann nehmen Sie sich wenigstens vor, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Lassen Sie sich von E-Mails und anderen Nachrichten sofort ablenken, reagieren Sie sofort auf jede Nachfrage von Kolleginnen und Kollegen. Behalten Sie dien Überblick über alle Ihre Aufgaben, in dem Sie von einer zur anderen Springen. Bleiben Sie nicht länger als 5 Minuten bei einer, bevor Sie wechseln.

4. Fokus auf die Probleme

Haben Sie nicht genug Aufgaben zur Ablenkung, dann fokussieren Sie sich wenigstens auf die Probleme Ihrer Aufgabe. Nicht sosehr auf die Lösung. Wenn Ihnen eh keine Lösungen einfallen, noch toller. Dann bleiben Sie dabei, strengen Sie sich einfach mehr an, fragen Sie nicht nach Hilfe, machen Sie keine Pausen, um Abstand von der Aufgabe zu bekommen. Denken Sie bitte auch während dem Kaffeeholen, dem Toilettengang oder dem Mittagessen über das Problem nach. Gewinnen Sie bloß keinen Abstand zum Probelm. Es könnte sich in der Zwischenzeit ja in Luft auflösen. Und machen sie bloß keine Spaziergänge, nicht, dass Sie noch einen klaren Kopf bekommen. Sobald Sie merken, dass Ihr Stresspegel steigt, wissen Sie, dass Sie auf einem guten Weg sind.

Viel Erfolglosigkeit, mit Ihrer Unachtsamkeit!