Erfolgloses Stressmanagement

Scheiter-Reihe Folge 1

Und weiter geht´s in der Scheiterreihe, ich hoffe, Sie sind bereits erfolglos ins Jahr 2026 gestartet. Was gibt es Schöneres, als sich nun ein Jahr lang, die eigenen Stressbewältigungsfähigkeiten zu versauen?

Entspannt oder gestresst? Hoffentlich Zweiteres!

Sie führen ein ausgeglichenes Leben? Sie fühlen sich im ausreichenden Maße gefordert, also weder unterfordert noch überfordert? Sie achten gut auf sich, Ihre Bedürfnisse, empfinden Ihre sogenannte Work-Life-Balance als ausgeglichen?

Alle um Sie herum stöhnen, wie langweilig oder überfordern das Leben ist? Dass die Arbeit schon wieder mehr fordert, als bewaltigbar ist? Und Sie fragen sich, was mit Ihnen nicht stimmt? Sie wollen auch in den Genuss einer chronischen Erschöpfung kommen, von der so viele in Ihrem Bekanntenkreis erzählen?

Ich gebe Ihnen heute 11 Tipps für ein erfolgloses Stressmanagement:

1. Pausen sind Zeitfresser

Ackern Sie pausenlos und wenn sie auf Toilette oder zum Kaffeeautomaten müssen, dann rennen Sie! Machen Sie sich die gesamte Zeit darüber Gedanken, welche Probleme gerade vor ihnen liegen und nehmen Sie ja nicht Abstand davon.

2. Versuchen Sie alle glücklich zu machen

Mit alle meine ich natürlich die anderen. Auf keinen Fall sich selbst. Üben Sie sich darin zu allem „Ja!“ zu sagen. Ihr oberstes Ziel ist, dass die andern Ihnen dankbar sind und Anerkennung zeigen. Wenn sie das nicht tun, liegt das in erster Linie an Ihnen, dann müssen sie noch mehr leisten. Sie werden schon merken, dass Sie in der Beliebtheitsskala bei ihren Vorgesetzten und Kollegen ganz nach oben wandern. Wann immer es eine neue Aufgabe zu erledigen gibt oder andere Hilfe brauchen, werden sie zuerst zu Ihnen kommen. Nehmen Sie das als Anerkennung für Ihre tollen Fähigkeiten.

3. Fokussieren Sie sich auf Ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten

Betrachten Sie alles, was Sie nicht gut können. Nehmen Sie sich ruhig Zeit dafür, da wird sich schon einiges finden lassen. Seien Sie sich gewiss, dass auch alle anderen um Sie herum genau diese Unzulänglichkeiten wahrnehmen und sich daran stören. Kommen Sie ja nicht auf die Idee, Stärken an sich selbst festzustellen. Stärken sind nur verkappte Schwächen!

4. Perfektion ist das oberste Gebot

Nehmen Sie die Aufgaben, die sich inzwischen bei Ihnen angehäuft haben bitte nicht auf die leichte Schulter. Quick and Dirty ist hier nicht. Hier muss alles bis ins kleinste Detail durchdacht und durchgearbeitet werden. Seien Sie sich immer bewusst, Ihre Vorgesetzten, Kollegen und Kunden merken es, wenn Sie schludern! Jede kleinste Ungenauigkeit ist verboten. Denn Fehler (und sind sie noch so klein) sind ein Versagen! Glauben Sie keinen Quatsch Aussagen, wie: „Aus Fehlern lernt man.“ Oder: „Jeder macht mal Fehler.“ Sie sind nicht jeder, Sie sind perfekt! Oder etwa doch nicht? Prüfen Sie lieber noch einmal alles nach!!!

5. Bleiben Sie unzufrieden mit sich selbst

Kommen Sie ja nicht auf die Idee, Sie hätten viel geschafft. Ja, Sie arbeiten mehr als früher. Das merken Sie ja auch an den Überstunden, dem Zähneknirschen, Nackenverspannungen und Ihrer schlechten Laune. Jetzt ist aber nicht die Zeit für Schulterklopfen. Glauben Sie ja nicht, Sie hätten bereits einen Erfolg zu feiern. Betrachten Sie lieber den riesigen Berg an Aufgaben, der noch vor Ihnen liegt!

6. Machen Sie alles schnell und hektisch

Natürlich wollen Sie den Berg schnell abarbeiten, damit die anderen wieder schön was drauf werfen können. Idealerweise ziehen Sie das Tempo an, machen alles doppelt so schnell. Ja, die Schweißperlen zeugen von Ihrer guten Arbeit. Am besten fangen Sie jetzt an, zwischen den Aufgaben zu springen. Sie brauchen ja einen Überblick über die Tätigkeiten. Während Sie eine Aufgabe bearbeiten, denken Sie bitte schon über eine andere nach, besser drei!

7. Arbeiten Sie nach dem Clean-Desk-Prinzip

Ihr Ziel muss es sein, zum Feierabend alles abgearbeitet zu haben. Natürlich schaffen Sie das nicht, hier geht es aber nicht um Wunschdenken. Hier geht es um die knallharte Realität und die heißt: nur ein abgearbeiteter Schreibtisch ist gut. Also nehmen Sie sich gerne Arbeit mit nach Hause, was sollen Sie auch sonst nach Feierabend machen? Bitte keinen Sport, keine Freunde, keine Entspannung, sondern Arbeiten. Idealerweise nutzen Sie auch Ihren Schlaf, um über Arbeit nachzudenken. Perfekt ist, wenn Sie schweißgebadet aufwachen, weil Ihnen einfällt, was Sie vergessen haben zu tun. Stellen Sie sich schon die Wut und Enttäuschung der anderen vor, die Ihnen am nächsten Arbeitstag entgegenschlägt.

8. Treffen Sie bloß nur noch richtige Entscheidungen

Von wegen entscheiden ist besser als nicht-entscheiden. Richtig muss die Entscheidung sein! Wer darüber entscheidet, was richtig ist? Na alle, jeder aus seiner Perspektive, nur nicht Sie. Sie wollen ja die anderen glücklich machen. Also bitte hadern Sie, fragen Sie fünf verschiedene Personen und dann überlegen Sie, was die anderen Personen dazu sagen würden, die Sie nicht gefragt haben. Entscheiden Sie aber erst, wenn Sie sich zu 100% sicher sind! Denn die Entscheidung muss so gut sein, dass hernach keiner nörgelt.

9. Alles ist gleich wichtig!

Bitte fangen Sie bloß nicht an zu priorisieren. Und kommen Sie nicht auf die Idee, Dinge unter den Tisch fallen zu lassen, die Sie als unwichtig beurteilen. Alles ist wichtig und dringlich sowieso. Kommen Sie nicht auf die Idee Dinge abzugeben oder nach Aufschub zu fragen. Hier kommen wir wieder zum Punkt Multitasking: machen Sie einfach alles gleichzeitig.

10. Selbst ist der Mensch!

Fragen Sie ja nicht nach fremder Hilfe oder Unterstützung. Sie wollen am Ende ja zeigen, dass Sie es sind, die das hinbekommen haben. Nicht, dass sich noch andere mit fremden (also Ihren!) Federn schmücken. Zudem ist ja eh klar, wenn Sie eine Aufgabe abgeben, landet sie am Ende wieder bei Ihnen. Niemand kann diese Aufgabe so toll lösen wie Sie. Ergebnisse von anderen sind höchstens halb so viel wert! Und eine Bitte noch hierzu: nehmen Sie möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen auf, auch nicht nach Feierabend. Am besten, sie ziehen sich in ein Zimmer zurück und lassen die Jalousien runter. Wenn andere auf Sie zugehen, nörgeln und jammern Sie über die viele Arbeit oder gehen Sie möglichst schnell an die Decke. Ihre Grundgereiztheit hilft Ihnen bestimmt dabei. So halten Sie andere Menschen auf einem guten Abstand.

11. Fordern Sie Ihren Körper

Wenn Sie jetzt spüren, dass der Brustkorb eng wird und das Herz rast, dann sind Sie auf einem richtig guten Weg. Jetzt bloß nicht tief einatmen oder nach Entspannung suchen. Einfach weiter machen. Schmerzen im Magen, Darm, Rücken, Nacken oder Kopf? Da können Sie sich am Wochenende noch drum kümmern oder wenn Sie in Rente sind. Jetzt nicht krank machen oder so. Einfach Schmerzmittel nehmen und weiter. Sie sind ja kein fauler Hund, der wegen jedem Wehwehchen zum Arzt rennt. Noch sind Sie nicht umgefallen, also alles gut. Der Körper möchte einfach mal richtig gefordert werden.

Und wenn der Körper schlapp macht, dann gehen Sie in Teilzeit. Der Supereffekt hiervon ist, dass Sie weniger Geld verdienen, aber die gleiche Arbeit haben. Es ist ja niemand da, der Ihnen eas abnimmt. Damit bauen Sie Ihr Überstundenkonto aus, toll!

Mit diesen Tipps sollten Sie nun gut gerüstet sein. Der Burnout wird nicht lange auf sich warten lassen. Wenn Sie gut sind, erreichen Sie ihn noch vor Jahresende!

Erfolglos Starten ins Jahr 2026

Scheiter-Reihe – Prolog

Momentan macht es uns die Welt vor und warum sollten wir denn nicht einfach auf diesen Zug aufspringen?

Lasst uns gemeinsam im Jahr 2026 scheitern!

Das Funkeln der Erfolglosigkeit!

Ja, ihr habt richtig gelesen. Die Zeiten der Selbstoptimierung sind vorbei, eine Krise jagt die nächste. Alle Anstrengungen sind umsonst, es geht bergab, mit der Welt, der Wirtschaft und auch am Hang!

Das ganz Jahr über werde ich euch mit Tipps versorgen, wie ihr in ganz verschiedenen Lebensbereichen erfolgreich scheitern könnt. Also erfolgreich erfolglos sein.

Diejenigen unter euch, die jetzt denken, das wird ja einfach, da muss ich ja gar nichts für tun, muss ich leider enttäuschen. Ihr werdet sehen, erfolgreich scheitern ist gar nicht so einfach. Da muss man schon hart daran arbeiten!

Und gleich geht es los mit dem ersten Tipp:

Erfolglos starten ins Jahr 2026

Ihr habt heute Abend schon etwas vor? Mist, am besten ihr sagt ab! Ihr habt noch nichts vor? Super, dann können wir ja loslegen:

Für alle die heute Abend nichts vorhaben:

Das Prinzip ist ganz einfach. Es geht darum, sich mit denen zu vergleichen, die es besser haben als man selbst. In der Psychologie heißt das „Vergleich nach oben.“ Diese Methode eignet sich wunderbar dafür, sich selbst unglücklich zu machen.

Am besten geht ihr spazieren und schaut in die Fenster, wie sich die anderen Leute auf Sylvester vorbereiten: Feuerwerkskörper in Maßen kaufen, das Heim für die Party schmücken, sich chique machen für die Sylvestergala oder die Feier bei Freunden. Und dann denkt ganz angestrengt darüber nach, wie doof es ist allein zu feiern, wenn alle anderen doch so ein tolles Event haben. Abends schaltet ihr dann den Fernseher mit dem Countdown-Shows an und achtet vor allem darauf, wie glücklich die alle aussehen, so in der Gemeinschaft, vor dem Brandenburger Tor, was für einen Spaß die haben dort zu sein, während ihr in die Röhre guckt (im doppelten Sinn). Wenn eure Nachbarn feiern, dann hängt mit einem Ohr immer bei der Party nebenan, achtet auf jedes Lachen und fröhliche Johlen und macht euch nochmal richtig bewusst, wie alleine ihr seid. Um Mitternacht geht nicht auf die Straße, höchstens, um euch mit Knallern bewerfen zu lassen, wünscht niemandem ein Frohes Neues Jahr, sondern schaut nur grimmig vor euch hin.

Für alle, die heute Abends etwas vorhaben:

Für alle, die sich nicht getraut haben, die Party abzusagen, habe ich natürlich auch noch Tipps:

Das Prinzip hier lautet „hohe Ansprüche:“ Achtet auf alles, was euch stört: die Musik ist zu laut oder zu leise und sowieso ist sie echt schlecht. Am Essen kann man immer etwas verbessern und die Stimmung der anderen könnte viel besser sein. Sprecht doch gerne darüber, wie toll das letzte Sylvesterfest bei anderen Freunden dagegen war. Und vergesst ja nicht, die Getränke zu beurteilen. Bei Wein und Sekt geht das immer super: zu süß, zu sauer, zu trocken und Kopfschmerzen macht der bestimmt auch. Natürlich kann man auch alle anderen Getränke beurteilen: zu viel Zucker, zu wenig Zucker, zu viel oder zu wenig Alkohol, zu langweilig, zu übertrieben, und und und.

Bleibt im jeden Fall den ganzen Abend auf eurem Stuhl sitzen. Das Spiel heißt, wer sich zuerst bewegt, verliert.

Für euch alle gilt:

Genügsamkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit und geringe Ansprüche an euch und anderen sind Gift für erfolgreiches Scheitern!

Und bitte nicht die Vorsätze vergessen!

Nehmt euch was richtig Großes vor für das kommende Jahr: mit Rauchen aufhören ist super oder mit Sport anfangen. Abnehmen oder Geld sparen. Gesünder essen, keinen Alkohol mehr. Egal was, Hauptsache ihr könnt euch sicher sein, dass nicht durchzuhalten. So können wir das Scheitern noch vor Jahresbeginn Ding festmachen.

Ich merke, ihr seid dabei! Stark, ich freue mich!

Und jetzt startet durch in ein unglückliches Jahr 2026!

Humor ist das Einzige, was du ernst nehmen solltest!

Das ist kein Witz, das ist mein voller Ernst!

So ernst, wie ich halt sein kann *zwinker*

Aber jetzt mal Spaß beiseite oder lieber: mal rin in die Gaudi! Nichts ist so hilfreich, uns selbst zu verstehen und dabei auch zu begegnen wie Eigenironie. Es ist ja mittlerweile Usus in der Gesellschaft, in der Comedy und auch der Politik, sich übereinander lustig zu machen. Das ist aber kein Humor, es ist Zynismus. Andere lächerlich zu machen und sich so über sie zu erheben. Das zeugt vor allem von einem, von innerer Schwäche. Nur schwache Menschen haben es nötig, sich über andere zu erheben. Ja schade eigentlich, es macht doch so viel Spaß!

Echter Humor macht viel mehr Spaß. Echter Humor erhebt sich nicht, macht andere nicht lächerlich, sondern nimmt andere liebevoll auf den Arm. Und das gibt vor allem eins, nämlich Halt!

Auf den Arm genommen werden, heißt, gehalten zu werden.

Echter Humor gibt uns Distanz zu der Situation und gleichzeitig die Möglichkeit ihr liebevoll zu begegnen und sie zu verändern, wenn wir das wollen. Wenn wir über uns selbst lachen, distanzieren wir uns also auch von uns selbst und begegnen uns gleichzeitig liebevoll. Das schafft den Raum uns zu entscheiden, ob wir an unseren drolligen Eigenheiten etwas verändern wollen. Wir können sie aber auch akzeptieren, wir wissen nun aber darum und was wir damit bei anderen auslösen. Auch das gibt uns mehr Möglichkeiten. Abzuwägen, wann wir diese Eigenheit mehr oder einiger zeigen wollen. Zu verstehen, warum andere so reagieren, wie sie reagieren.

Deshalb nutze ich in meinen Beratungen gerne und viel Humor. So kommen meine Klientinnen und Klienten schneller zu ihrem Ziel und gehen gelöst und entspannt aus der Sitzung.

Für 2026 plane ich eine humorvolle Blog-Reihe. Eine Chancen, für jeden von uns etwas nützliches über uns selbst zu lernen und dabei auch Gene herzhaft zu lachen. Freut euch auf die Scheiter-Reihe.

Burnout — Buchtipp

Heute habe ich mal einen Buchtipp für euch. Burnout ist ja in aller Munde. In der Psychopathologie wird Burnout mittlerweile als Syndrom beschrieben. Damit ist es noch keine psychische Störung, aber es wird als Bündel an Symptomen beschrieben, die gemeinsam auftreten.

1974 wurde es zum ersten Mal in einem wissenschaftlichen Artikel beschrieben. Mittlerweile ist Burnout aus der Arbeitswelt nicht mehr weg zu denken und es gibt bereits Tendenzen auch andere Lebensbereiche mit diesem Titel zu schmücken. So werden bereits Eltern manchmal ein Burnout zugeschrieben.

Bereits 1973 entstand ein umfassendes Werk im deutschsprachigen Raum. Es beschreibt sowohl Epidemiologie (Verbreitung der Syndromatik), als auch Ätiologie (Krankheitsursache) und Interventionsmöglichkeiten und ist damit noch heute aktuell. Das schöne dran, es ist ist in recht einfacher Sprache geschrieben und auch für Laien gut verstehbar.

Es heißt „Momo“ von Michael Ende.

Beppo [Straßenkehrer] liebte diese Stunden vor Tagesanbruch, wenn die Stadt noch schlief. Und er tat seine Arbeit gern und gründlich. Er wusste, es war eine notwendige Arbeit.

Wenn er so seine Straße kehrte , tat er es langsam, aber stetig: Bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich. Schritt-Atemzug-Besenstrich

Will ich wirklich Kinder? Eine Entscheidungshilfe

Da ich es nun schon mehrfach in meiner Beratung hatte, dass ein Elternteil (meist der Mann, aber es gab auch schon Frauen) enttäuscht ist, vom Kinder haben, weil die Person es sich irgendwie anders vorgestellt habe, hier eine Liste der Dinge, die zu erwarten sind:

Für den Mann:

Kein Sex mehr

Schlafmangel für die kommenden 5 Jahre (pro Kind)

Ständig ist jemand krank

Lärm

Die Beziehung ist hinüber

Stinkende Windeln

Vollgesabberte Gläser und Flaschen

Aufführungen in Kindergarten und Schule statt mit Freunden unterwegs

Teurer Urlaub

Family-Van statt Sportwagen

Viel Lärm zu Hause

Das Kind macht, was es will

Nach der Arbeit will ständig jemand etwas von dir

Streit mit Partnerin über die Erziehung

Frau:

Der Körper ist dahin

Gefangen und gefesselt an das Kind

Der Karriereknick

Alle nörgeln an dir rum

Druck vom Partner

Kein Gefühl mehr beim Sex

Ständig hängt irgendjemand an dir

Das Kind macht was es will

Jeder will was anderes essen

Du machst eh alles falsch

Karrierefrau = Rabenmutter

Familienfrau = Glucke

Kein Schlaf mehr für die kommenden 25 Jahre

Streit mit Partner über die Erziehung

Wenn du dich für ein Kind entscheidest, entscheide dich bitte auch hierfür. Dies alles wird kommen. Aber natürlich hat es auch etwas Gutes:

Du hast ein Kind!

Wenn du also fein damit bist, dass es so kommt: Viel Erfolg und viel Spaß!

2023 oder eher, was wir 2024 besser machen können

2023 ist Geschichte, ein Jahr, das doch seltsame Spuren hinterlässt. Es hätte das Jahr werden können, in der wir die Corona – Pandemie hinter uns lassen, wieder durchstarten in ein neues gemeinsames Leben.

Aber eines treibt mich in diesem Jahr wirklich um und das ist die wachsende Feindseligkeit. Damit meine ich nicht nur die wachsende Anzahl an Kriegen und Bedrohungen. Es ist traurig, dass wir vor fast 80 Jahren den Zweiten Weltkrieg beendet haben und scheinbar nicht daraus gelernt haben, wie wir gut miteinander umgehen können. Wie sinnlos Krieg, Unterdrückung, Mistrauen sind und wie wichtig es ist, auf Gemeinschaft zu setzen. Vor über 30 Jahren haben wir gemeinsam in Deutschland die Wiedervereinigung gefeiert, waren fasziniert davon, was wir als Menschen in einer großen Gruppe, in einer Gemeinschaft, die aber auch unterschiedlich war, erreichen können. Und heute scheint es, als stünden sich Ost- und Westdeutsche (was für eine furchtbare Beschreibung) so feindselig wie nie zuvor gegenüber.

Es ist nicht die einzige Spaltung, die wir erleben. Mann gegen Frau, Ausländer gegen Deutsche, Genderwillige gegen Genderfeindliche, Mittelschicht gegen Arbeiterklasse, Grün gegen Konservativ… was auch immer, aus allem wir ein Feindbild gemacht. Es ist, als seien wir in die Zeit von Karl Marx zurück versetzt. Unternehmer gegen Arbeiterklasse. Oder die Weimarer Republik, Kommunisten gegen Nazis.

Dabei zeigen Studien immer wieder, dass einer der größten Wünsche der Menschen und auch der Deutschen ist, in Gemeinschaft zu leben, Zugehörigkeit zu erfahren. In diesem Wunsch liegt zugleich das Problem und auch die Lösung der derzeitigen Situation. Denn zum einen führt der Wunsch nach Gemeinschaft dazu, dass man sich Gleichgesinnte sucht. Dafür ist man auch bereit, radikalere Einstellungen zu vertreten, als man eigentlich hat. Gerade bei radikalisierten Personen kann man entdecken, dass der Wunsch nach Zugehörigkeit eine große Rolle bei der Radikalisierung gespielt hat. Da ist es egal, ob es sich um Personen handelt, die sich im religiösen Sinne, wie Islamisten, im politischen Sinne, wie Rechts- oder Linksradikale oder in sonstigen Bereichen, wie bspw. Hooligans beim Fußball.

Das Streben nach Zugehörigkeit und Gemeinschaft führt also dazu, dass wir bereit sind Feindseligkeiten mit anderen einzugehen, obwohl wir uns doch Gemeinschaft wünschen. Die Feindseligkeit und Zerstörungskraft nehmen wir dabei in Kauf. Und das besonders, wenn wir uns ohne diese Gemeinschaft ausgestoßen oder schutzlos fühlen. Gerade Menschen, die sich nicht als Teil der Gesellschaft fühlen, die isoliert sind, ängstlich und frustriert sind schneller bereit, sich einer radikalisierten Gemeinschaft anzuschließen. Unterstützt werden diese Radikalisierungen von Feindbildern, die durch Politik und Medien aufgebaut werden. Feindbilder, die momentan besonders gerne aufgebaut werden: die Flüchtlinge, die uns überrollen; die faulen Bürgergeldempfänger, die sich auf unserem Rücken ausruhen; die Grüne Verbotspartei; die Klimafaschisten; auf der anderen Seite die Nazis; die unmündigen Ossi; usw.

Dabei ist andererseits die Lösung ganz einfach. Nämlich Gemeinschaft größer denken. Und auch viel kleiner. Wenn wir doch wissen, dass uns allen Gemeinschaft und Zugehörigkeit wichtig ist, was hält uns dann davon ab, aufeinander zuzugehen? Gemeinsam mit unseren Nachbarn, Bekannten, Mitmenschen an der einen, unseren Gemeinschaft zu arbeiten? In erster Linie ist es unser Mistrauen. Anstatt, dass wir unseren Nächsten Vertrauen, vertrauen wir Populisten, die uns vor unseren Mitmenschen Angst machen.

Wir sollten aufhören, ihnen zu glauben. Bürgergeldempfänger wollen in erster Linie dazugehören, ihren Teil beitragen, ihren eigenen Wert spüren. Was würden Sie machen, wenn Sie arbeitslos wären? Würden Sie gerne den ganzen Tag vor dem Fernseher hängen? Im ersten Moment mag sich das vielleicht noch verlockend anhören, aber ich versichere Ihnen, nichts ist so quälend, wie keine Aufgabe zu haben. Das Selbstwertgefühl leidet massiv darunter und damit auch unsere psychische Gesundheit. Glauben Sie also nicht denjenigen, die sagen, Bürgergeldempfänger seien faul und würden uns ausnutzen.

Flüchtlinge wollen in erster Linie Sicherheit und ein neues Zuhause, eine neue Zugehörigkeit finden. Wie würde es Ihnen gehen, wenn Sie in ein fremdes Land müssten, dessen Sprache Sie nicht sprechen, dessen Regeln Sie nicht verstehen? Würden Sie sich wünschen ein Teil der Gemeinschaft zu sein? Oder lieber am Rande dieser Gesellschaft ohne Zugehörigkeit?

Warum sollte Ihr Nachbar, der Bürgergeldempfänger um die Ecke, die Frau aus dem zweiten Stock, der Flüchtling in der Unterkunft soviel anders denken und fühlen als Sie? Im Grunde sind wir Menschen uns doch alle sehr ähnlich. Vertrauen Sie auf die Gemeinsamkeiten und darauf, dass wir gemeinsam Besseres erreichen können, als in unseren vereinzelten radikalisierten Gruppen. Wenn wir es schaffen zu vertrauen und offen aufeinander zuzugehen, können wir Lösungen schaffen.

Mit der Feindseligkeit und Radikalisierung der letzten Jahre schaffen wir leider das Gegenteil. Wir schaffen uns weitere Probleme, die unsere Gesellschaft nachhaltig beeinträchtigen wird.

TatattataaAAA!!!

Vor ziemlich genau 2 Jahren begann eine spannende Reise. Ich wurde angefragt als Autor tätig zu werden und das zugleich bei einem meiner Lieblingsverlage.

Klett-Cotta ist nicht der Herausgeber der deutschen Übersetzung der Herr der Ringe Triologie, die ich seit meiner Jugend liebe. Klett-Cotta ist auch einer der beiden wichtigsten deutschen Verlage für systemische Fachliteratur, sozusagen meiner professionellen beruflichen Liebe. Und so ist es für mich auch eine ganz besondere Ehre, für diesen Verlag als Autor tätig zu sein.

Da mittlerweile aber gefühlt jeder ein Buch schreibt, ist es mir wichtig zu betonen, dass ich eine KISTE geschrieben habe. Die letzten zwei Jahre waren eine sehr aufregende und interessante Zeit, in der ich viel gelernt habe. Danke an Daniel Jennewein, mein Co-Autor und Illustrator. Es hat viel Spaß gemacht, die Karten für die Kiste zu erarbeiten. Unsere Sichtweisen auszutauschen und uns immer wieder zu ergänzen.

Das Thema: Die Trennungskiste.

Eine Kiste voller Karten, die Anregungen geben, das eigene Empfinden reflektieren, aufschauen lassen, Zuversicht und Mut geben, den Selbstwert stärken. Menschen leiden unter Trennungen, mal mehr, mal weniger, mal kurz, mal lang. Wir hoffen sehr, mit Hilfe unserer Kiste vielen Menschen wieder Stärke und Vertrauen geben zu können, und so ihr Leben (wieder) in die eigene Hand nehmen zu können.

Ganz so, wie ich es liebe: farbenfroh, humorvoll und liebevoll!

Die Kiste ist ab sofort im Handel erhältlich. Ich bin schon ganz gespannt auf die Reaktionen.

…ein Lebenszeichen

Schon länger habe ich keinen neuen Post erstellt. Nicht, weil nichts, viel eher, weil viel zu viel passiert ist. Daher gleich mal eine Reihe neuer Infos.

Und wir starten mit:

Neuen Fotos. Nachdem meine alten Fotos tatsächlich nicht mehr ganz mein äußeres Erscheinungsbild wiedergegeben haben, war es mal an der Zeit für neue Fotos. Auch wenn ich im Herzen 29 geblieben bin, sagt mein Spiegelbild etwas anderes. Gerne gebe ich die Haltung meines Spiegelbilds an euch weiter. Ich danke dem Fotostudio Bollmann für die Ausführung und nette und professionelle Begleitung!

Body’n’Soul meldet sich 2022 zurück

Nachdem zunehmend Lockerungen bezüglich der Corona-Maßnahmen durchs Land wandern, heißt es für viele wieder vermehrt zurück ins Büro zu gehen. Für manche bedeutet dies, nach 2 Jahren überhaupt das erste Mal wieder im Büro zu sein. Ungewohnt. Der Alltag wurde auf das Arbeiten von zu Hause aus angepasst., Rituale wurden dementsprechend entwickelt. Absprachen mit dem Umfeld getroffen. Nun gibt es, mal wieder, eine Veränderung. Das neue Normal in einer wieder neuen Form.

Im Büro warten wieder vermehrt Flurgespräche, kurze Wege, gemeinsame Pausen, eine neue Koordination…

Body’n’Soul bietet euch einen Raum, über eure damit verbundenen Gedanken und Gefühle zu sprechen. Welche auch immer das sein mögen. Wir freuen uns auf eure Anmeldungen!

Dienstag, 5. April 2022 ab 19:30 Uhr.

Alle Infos findet ihr im Flyer!

Viele Grüße

Daniel Breutmann